Nachdem ich in den Wochen nach meinem Urlaub nur nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Büro gekommen bin, war es letztes Wochenende wieder Zeit für einen größeren Ausflug, um die Großstadt mit ihrem Trubel, Lärm und Stress hinter mir zu lassen. Ziel am vergangenen Samstag waren die rund zweieinhalb Stunden von Beijing entfernten Östlichen Qing-Gräber.
Während die 13 Gräber der Ming-Kaiser in der Nähe der Großen Mauer eine der Hauptattraktionen vieler Touristen sind, finden nur wenige Besucher den Weg zu der deutlich größeren Anlage der Östlichen Qing-Gräber ca. 130 km von Beijing entfernt gelegen. Dort befinden sich die Grabmäler von fünf Kaisern, darunter die Ruhestätten von Kaiser Kangxi und Kaiser Qianlong und die von der legendären Kaiserinwitwe Cixi, die meiner Meinung nach von der Geschichte vollkommen falsch beurteilt wird (Ihr folgte der Kindkaiser Puyi, dessen Geschichte einigen aus Bertoluccis „Der letzte Kaiser“ bekannt sein könnte.) Hinzu kommen die Mausoleen von 13 Kaiserinnen, fünf Mausoleen für 136 Konkubinen und ein Mausoleum für Prinzessinen. Alle Grabanlagen nehmen ein Gebiet von 48 qkm ein und sind nach alter Feng Shui-Regel so gelegen, daß sie im Norden von Bergen geschützt werden und im Süden von Flüssen eingerahmt werden.
Während es in der Woche davor viel geregnet hatte und der Himmel meist ein beeindruckend natürliches mausgrau aufwies, hatten wir am Samstag großes Glück und es zeigte sich bereits morgens gegen 8 Uhr, daß es ein guter Tag sein würde. Mit dabei war wieder Zhang Yichi, mit der ich bereits in das Dorf Chuandixia gefahren bin, und Li Na, der uns fuhr.
Die meisten Anlagen zeichnen sich immer wieder durch dieselbe Grundarchitektur aus. Ein langer Weg, gesäumt von überlebensgroßen Steinfiguren (Wächter, Offizielle, Pferde, Elefanten und Fabelwesen) führt durch ein Ehrentor zu einem ersten Gebäude, in dem auf einem schildkröteählichen Tier eine große Steinstele beschreibt, welcher Kaiser im Mausoleum begraben liegt.
Danach folgt ein Gebäudekomplex mit Zeremonienhallen, hinter dem der das eigentliche Mausoleum mit dem Grabhügel gelegen sind. In den Östlichen Qing-Gräbern kann man die Grabkammern eines Kaisers, einer Kaiserin und einer Konkubine besuchen. Da alle Gräber bereits vor vielen Jahren ausgeraubt oder geschändet wurden (so ließ ein Kriegsherr das Grab der Kaiserinwitwe Cixi aufreißen und plünderte es in aller Öffentlichkeit), kann man in ihnen meist nur die angemoderten Sarkophage bewundern oder die unglaublich schön gemeißelten Verzierungen in den weißen Marmortoren und an Wänden.
Meinen Lieblingsplatz an dem Wochenende fand ich umgeben von Konkubinengräbern zwischen Bäumen. Dort war es so still, daß ich nur den Wind in den Blättern und ds Zirpen der Zirkaden hören konnte und zusah, wie große Waldameisen auf dem Boden fleißig nach Eßbarem suchten.
Noch bin ich am Überlegen, ob der nächste Ausflug zu den Westlichen Qinggräbern geht oder wieder einmal zu den einsamen Teilen der Großen Mauer.
Viel Spaß beim Fotos schauen!
Übrigens:Â Auf meine T-Shirt steht Gongbao Jiding, was der Name eines Gerichtes mit Huhn ist und bei Ausländern so beliebt, daß man es mittlerweile auf Klamotten druckt. 😉
- Eingangstor zu den Östlichen Qinggräbern
- Blick auf den Heiligen Weg der ÖQG
- Auf dem Heiligen Weg
- Kleiner Mann
- „Komm se rein, können se rausschauen“
- In der Zeremonienhalle
- Zhang Yichi mit kritischem Blick
- Ein entspannter Tag am Grab des Kaisers Kangxi
- Eine Steinstele
- Gongbaojiding – Gut gelaunt vor Kaisergrab
- Im Park der Konkubinengräber 1
- Im Park der Konkubinengräber 2
- Ein Weihrauchbrenner im Konkubinengrab
- Zhang Yichi mit Zicklein
- Gateway
- Ein weites Feld
- Eine weitere Halle für eine Steinstele
- Ein Mann, ein Hut, eine Stelenhalle
- Der einzig wahre Fahrer: Li Na



















Klasse Bilder! Macht viel Spaß sie zu betrachten.
sehr beeindruckende Bilder!
Alle grossartige Kaiser von der letzten chinesischen Dynastie haben da ihre Ruhe gefunden und betrachten wie ihre Nachfolger China von der Spitze zu Boden fallen liessen und langsam wieder aus der Dunkelheit aus zur Stärke bringen.
Das macht ihnen sicherlich auch Spass.