Letzten Mittwoch saß ich an meinem Schreibtisch, als plötzlich mein altes Siemens-Handy durch ein leises Summen eine SMS ankündigte. Sunny, ein Freund aus dem Fitnessraum, fragte, ob ich Lust und Zeit hätte, an Samstag nach Heilongjiang zu fliegen, in die nordöstlichste Provinz Chinas, um dort als Jurymitglied an einer Schönheitswahl teilzunehmen. Seine Bekannte organisiere dort in Daqing die Veranstaltung und suche noch nach Vorzeige-Ausländern. Transport, Kost und Logis werden gestellt. Einzige Auflage war es, doch bitte in Anzug zu erscheinen. Ich dachte einen Augenschlag nach und sagte zu.
Sunny hatte mich bereits in einer Nacht- und Nebelaktion eine Woche zuvor zu dieser Schönheitswahl in einer Discothek mitgenommen. Beim âbabyfaceâ, so der Name des Clubs, handelt es sich offenbar um einen der beliebten Partyplätze der Schönen und Reichen Beijings. Zumindest wiesen die vier Lamborghinis, der Ferrari und der 7Žer BMW vor dem Eingang darauf hin. Die sich präsentierenden Damen stammten hauptsächlich aus den â-stan-Staatenâ, Nord- und Südostasien sowie einigen europäischen Ländern. Nachdem ich bei der Schönheitswahl in der Menge gestanden hatte, war ich nun neugierig, wie es hinter den Kulissen zugeht.
Am Tag darauf meldete sich Sunny wieder bei mir mit der Nachricht, ich solle doch darauf achten, dass beim Flugticket auch ein Rückflug mit dabei sei. Erst fand ich dies komisch. Doch als Sunny später noch einmal darauf hinwies und auch Ariane, eine weitere Freundin, die ich mitkommen sollte, ähnliche Emails bekam, wurde ich stutzig und fragte nach. Sunny schrieb daraufhin, es sei alles ok. Aber business sei business und ich solle in Bezug darauf niemandem vertrauen.
So bat ich eine Kollegin nach erhalt der Flugdaten bei der Fluggesellschaft anzurufen und zu prüfen, ob es wirklich eine Reservierung unter meinem Namen gebe. Der Hinflug wurde gleich bestätigt. Aber es gab keinen Rückflug.
Doch auch dies klärte sich nach einigem Hin und Her und ein paar SMS. Und so saß ich am letzten Samstag im Flieger nach Harbin, der Provinzhauptstadt von Heilongjiang und flog meiner Rolle als Juror entgegen.
… und an die männlichen Leser meines Blogs: Keine Sorge, Jungs, ja, ich habe Fotos gemacht. Die kommen im zweiten Teil.
Kannst du nicht doch erst den zweiten Teil schreiben?… : p
lg,wenting
…dann würde ja niemand mehr den ersten Teil lesen. 😉
Wo mein Bruder Recht hat, hat er Recht. Auch wenn es schwer fällt das zuzugeben. 🙂