Entspannt

padelte ich letzten Samstag morgen gegen 9.30 Uhr auf dem See im Zentrum Beijings herum. Über mir flogen hin und wieder ein paar Reiher ihre Bahnen. Ich hatte mir in einem Bootsverleih ein Plastik-Kajak geliehen und padelte mit langsamen Zügen durchs Wasser. In der ersten 45 Minuten teilte ich die beiden Seen nur mit einer Handvoll Männer, die die frühe Stunde zum Baden nutzte. Einer genoß es sehr, immer wieder dieselbe Strophe eines chinesischen Volksliedes zu singen. Später schipperten immer mehr Tretboote mit kleinen Familien oder Pärchen neben mir her. Ein junges Paar schien sich ein Elektroboot genommen zu haben, um grundlegende Themen miteinander zu diskutieren. In der Mitte des Sees angekommen, bewegten sie sich nicht mehr fort, sondern redeten lange aufeinander ein.

Schade, dass dieser ruhige See mittlerweile von zahlreichen Bars gesäumt ist, in denen jeden Abend Live-Bands spielen und die Stille zerstören. Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, wird das ganze Gelände eh in den kommenden Monaten dem Erdboden gleich gemacht.

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