Vor zwei Wochen kam ich von einer Geschäftsreise zurück, die mich nach Chengdu in Südchina geführt hatte. Während ich dort abends gegen 22 Uhr noch mit Poloshirt im Biergarten des Kempinski-Hotels gesessen habe, musste ich mir am Flughafen in Beijing angekommen meinen Mantel anziehen, von dem ich schon geglaubt hatte, ihn unnötigerweise mitgenommen zu haben.
Am nächsten Morgen lag ganz Beijing unter einer weißen Schneedecke begraben. Über Nacht hatte es zu schneien begonnen und zwar so heftig, dass sich die Bäume unter den Schneemassen bogen, Äste abbrachen und auf die Straße fielen. Nach altem Muster brach auch der Verkehr an diesem Tag zusammen.
Später erfuhr ich, dass der Niederschlag von der chinesischen Regierung angeordnet wurde. Manche sagen, Regen sei geplant gewesen, Schnee wegen der niedrigen Temperaturen gekommen. Schon am Anfang der Woche hatte der Wetterbericht Schnee angesagt, der dann auch kam. Sinn sei gewesen, gegen die Luftverschmutzung vorzugehen und den Himmel reinzuwaschen.
Es geht doch nichts über einen straff geführten Staat.
Hallo Timm,
vor drei Wochen kamen wir in Larnaca/Zypern an. Auf der Fahrt zum Hotel sagte der Taxifahrer, daß die Luft voller Staub aus Afrika sei und dringend gewaschen werden müsse. Prompt kam am Abend ein schweres Gewitter mit viel Regen. Die Luft war wieder klar. Da schafft das sogar ein Taxifahrer, Regierung überflüssig. Der Regierungs-Schnee in Peking ging sogar durch unsere Presse.
Liebe Grüsse Wil