Der Kampf mit dem Kraken

Sachen gibtŽs, die gibt es gar nicht. War letzten Abend in einem sehr bekannten Seafood-Restaurant, von dem mir Freunde schon lange erzählt hatten.  Neben der reichlichen Auswahl an Schalentieren sind einige Gerichte mit Tintenfisch sehr bekannt. Und da ich nahezu alles einmal probiere, stand ein solches Gericht natürlich auch auf meinen Speiseplan. Im Vorraum des restaurants standen viele große Aquarien, in denen man sich die verschiedenen Tiere ansehen konnte, die man wenige Augenblicke auf dem eigenen Teller serviert bekam. In einem Aquarium schwamm ein besonders stattliches Exemplar eines Oktopusses; den wollte ich haben. Hätte mich doch jemand vor dem gewarnt, was dann geschehen sollte.

Wie es Sitte in chinesischen Restaurants ist, werden Fische vor der Zubereitung noch einmal dem Gast gezeigt und von diesem abgenickt. Auch zu unserer Runde kamen zwei Kellner mit einem großen Bottich,  in dem der Krake hockte und mit seinen langen Fangarmen um sich tastete. In dem augenblick, als ich einen Blick in den Eimer warf, schlang der Krake seine Arme um mich und packte mit seinen Saugnäpfen zu. Immer enger zog er seine acht Arme um mich, so daß mehrere Leute zu Hilfe eilen mußten, um das Tier wieder von mir zu trennen. Mit gemeinamer Kraft schafften wir den Kraken dann in die Küche, warfen ihn in einen großen Topf und schlugen den Deckel darauf.

Nachdem ich mich von dem Schrecken erholt hatte, lud uns der Besitzer des Restaurants als Wiedergutmachung zum Essen ein. Und auch der krake schmeckte gut. Wer mir diese Geschichte nicht glaubt, kann sich folgendes Bild ansehen:

der krakenkampf

Und wer mit jetzt immer noch nicht glaubt, dem sage ich, daß ich gestern bei der chinesischen Massage war und mich 140 Minuten für EUR 20,- habe durchkneten lassen. Angefangen von Einweichen der Füße und anschließender Massage (20 Minuten je Fuß), Gesichts- und Nackenmassage, Behandlung des Bauches mit heißen Steinen, Massage von Armen, Beinen und Rücken bis hin zum Aufsetzen von kleinen Gläsern auf der Haut, in denen durch Feuer ein Vakuum erzeugt wird, so daß sie sich festsaugen. Soll durchblutungsfördernd wirken.  Dabei erzählte mir die Masseurin, sie müsse bei Ausländern immer aufpassen, daß die Männer keine Haare auf dem Rücken hätten. Die würden sonst Feuer fangen.

Während der Fußbehandlung saß ich in weichen Sesseln und zappte mich durchs chinesische Fernsehen. Manche Läden haben sogar DVD-Player installiert, mit denen man dann eigene Filme schauen kann. Um alles rund zu machen, werden Getränke und Obst gereicht. Alles in allem eine großartige Sache.

Aber wer glaubt denn schon, daß mich eine 21jährige Masseurin so „zurichtet“? Dann doch eher ein alter Krake. 🙂

(Nur zur Sicherheit: Es gab keinen Kraken, nur eine kleine Masseurin!)

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2 Antworten zu Der Kampf mit dem Kraken

  1. Gast sagt:

    Das Gute daran ist ja: so oder so – Du hast gewonnen :-)))

    LG, Ricarda

  2. Gast sagt:

    Hi Timm, die Geschichte ist super lustig. Ich wuenschte ich konnte es sehen und darueber lachen, dass du von einem Krake so sehr lieb gehabt wurdest und damit kaempfen musste. Hahahaha schon so lustig bei der Vorstellung.
    Kommentar zu dem beeindruckenden Bild: Du hast anscheinend eher Probleme am Ruecken als auf den Schultern : p nicht wahr?

    Ich habe gerade geguckt, 20Euro reicht vielleicht nur fuer einen 15 – 20min. Rueckenmassage in Deutschland,oder? Vielleicht deswegen machen die Deutschen mehr Sport, da es viel noetiger ist :p hohhohoho

    Dir weiterhin viel Spass in BJ~

    Lg,wt

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