Heute kam ich dazu, den Stift gegen 19 Uhr fallen zu lassen (die Königin war auch nicht mehr im Hause) und schwang mich auf mein Stück Freiheit, sprich das Fahrrad, um wieder etwas mehr von der Umgebung kennenzulernen.
Meiner Meinung ist es eine der entspannensten Beschäftigungen durch Beijing zu radeln, besonders in einer lauen Nacht – und die Temperaturen sind mitterweile so, daß ich 3/4-Hose und T-Shirt tragen kann. So dunkel und unbeleuchtet einige Straßen sein mögen, umso heller scheinen die bunten Werbereklamen, Leuchtschriften und roten Laternen von Restaurants mir entgegen (die ebenfalls roten oder rosa leuchtenen Lampen gewisser Etatblissement an manchen Straßenecken lasse ich mal unerwähnt – an den radele ich schnell vorbei).
Am Spannendsten empfinde ich die Vielzahl von Restaurants, angefangen von den Hotelrestaurants mit meist großen Fenstern und vielen Bedienungen, kleineren Gaststätten, vor denen man draußen sitzen kann, oder europäische Küche auf dem Flachdach genießen kann, wie sie hier im Botschaftsviertel nur wenige Minuten zu Fuß entfernt zu finden sind. Egal, in welche Nebenstraße einer Nebenstraße ich einbog, immer radelte ich an Plätzen zum Essen vorbei. Sichuan-Spezialitäten, mongolische Teigtaschen, Futtern wie bei Muttern (etwas frei übersetzt), vietnamesische Küche oder Meeresfrüchte und Flußkrebse, dies alles und mehr im Umkreis von zehn Minuten auf dem Rad.
Bis ich schließlich in einem kleinen, super einfachen Imbiß am Straßenrand halt machte, vor dem vier Tische mit metallenen Hockern standen und ein Mann Yangrou Chuan, also Fleischspießchen, vom Kohlegrill verkaufte. Herrlich. Es sind die einfachen Dinge, die das Leben lebenswert machen – und wennŽs auch nur Fleischspießchen und eine Flasche Bier sind. 🙂