Neulich saßen Dennis und ich mit einem Mitarbeiter der deutschen Botschaft zusammen. Nachdem wir eine Weile über dies und jenes berufliche Thema gesprochen hatten, tauschten wir Geschichten über die chinesische überwachung von ausländischen Unternehmen und Institutionen sowie deren Mitarbeitern aus. Hier eine kleine Auswahl:
Mitte der 90Žer Jahre nutzte ein Deutscher die Chance, an einen schönen Sommertag sich den kleinen Garten hinter seinem Haus genauer anzusehen. Bei der Begutachtung entdeckte er eine kleine, runde Stahlplatte auf, die unauffällig hinter einem Busch gelegen war. Neugierig packte er zu, stemmte sie hoch und schaute erstaunt auf zwei Chinesen mit Kopfhörern vor elektronischen Geräten, die ebenso erstaunt zu ihm hochschauten. Daraufhin grüßte er freundlich und klappte den Deckel wieder zu.
An der deutschen Botschaft in Beijing war eine Mitarbeiterin tätig, die mütterlicherseits aus Rumänien stammte. Eines Tages telefonierte sie auf Rumänisch mit ihr Mutter, worauf plötzlich eine stimme in der Leitung mit der Bitte zu hören war: „Sprechen Sie bitte Deutsch oder Englisch.“
Für einen Mitarbeiter der Dt. Botschaft wurde eine Wohnung renoviert. Eines Tages tauchte die Ehefrau ohne vorherige Ankündigung in den Räumen auf, um sich die Bauarbeiten anzusehen. Als sie die Wohnung betrat, traf sie auf einen Chinesen, der mit Kopfhörern vor eine Koffer mit elektronischen Messgeräten saß. Dieser klappte den Koffer zu und verließ ohne ein Wort zu sagen die zukünftigen vier Wände. Als die Dame später sich selbst auf den Heimweg machte, sah sie, wie der Herr vor der Tür wartete und hinter ihr wieder hineinging. Der Vermieter teilte der Familie beim Umzug mit, doch bitte auf keinen Fall die Rauchmelder in den einzelnen Zimmer anzufassen, da dort Wasser herauskomme…
Sind das Geschichten oder Tatsachen????
Naja, die erste wurde mir während meines Studiums erzählt, die letzten beiden diese Woche, von dem Herren aus der Botschaft. Bei der Geschichte mit der Wohnung handelte es sich um seine eigene…
Und so denke ich, daß es sich bei allen um wahre Begebenheiten handelt, die sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zugetragen haben.
Das hoert sich schrecklich an!
Ist das wirklich wahr?
Ich glaube aber nicht so was passiert auf jeden auslaendischen Kollegen in China.
Da die Wohnung von meinem Ex-Chef wurd doch von ihm selbst (sogar mit meiner Begleitung) gefunden. Es handelt sich aber keinen Fall um Spionage…
Vielleicht als Diplomaten werden anders behandelt? Aber ich habe keine Erfahrung, kann leider nicht beurteilen.
Aber echt schrecklich.
lg,wenting
Ich denke, daß der chinesische DaGe (also „big brother“) mit Sicherheit ein Auge auf alle Mitarbeiter ausländischer Botschaften hat. Und der Herr, mit dem wir sprachen, nahm es mit Humor, er habe schließlich nichts zu verbergen.
Doch auch in der AHK gehen wir davon aus, daß die Telefon abgehört werden – auch wenn dort sicherlich nicht allzu viel spannendes bei rum kommt – und fragen uns manchmal, wer der chinesischen Mitarbeiter wohlmöglich auch seine Bericht an DaGe abliefern muß. Und wie diese Reports dann wohl aussehen.
Moin Sohn,
Grien! Das kommt mir sehr bekannt vor. Das haben die Schlapphüte in der DDR auch immer so gemacht. Das gehört einfach zum Standard-Handwerk in den sozialisitischen Bruderstaaten. Bei mir haben sie es auch immer mit allen Tricks versucht. Und warum soll das in China anders sein? Abgesehen davon: Ich bin mal sehr gespannt, wer alles Deine Blogs mitliest :-)))))
LG Dein alter Alter