Laut eines Beijinger Szenemagazin verdreifachen sich die Verkäufe von Erwachsenenwindeln um die Zeit des Frühlingsfestes. Zu der Zeit sind die Züge so voll mit Menschen, daß Passagiere sogar in den Toiletten stehen.
Während die meisten Deutschen eher die Angewohnheit haben, morgens unter die Dusche zu steigen, gönnen sich viele Chinesen diese eher vor dem Zubettgehen. In China ist es eine ungewöhnliche Vorstellung, sich vom Alltag ungewaschen in saubere Laken zu legen.
Was ich vor zehn Jahren recht häufig in den frühen Morgenstunden auf Beijings Straßen sah, lief mir im wahrsten Sinne des Wortes neulich in Shanghai gegen Mittag über den Weg: ein erwachsener Mann im Schlafanzug. Die einzige Erklärung, die ich dafür einmal hörte, war, daß Menschen dies in China häufig an ihren freien Tagen täten und so zeigen, daß sie wirklich ihren Urlaub genießen.
Ende letzter Woche erzählte mir eine Kollegin, es käme nicht nur vor, daß nicht nur wir die chinesische Art und Weise nicht verstünden, sondern daß auch wir den Einheimischen ein Rätsel sein würden. Einfaches Beispiel: Tischwäsche, soll heißen, Tischdecken, Stoffservietten und -sets. Auch nach mehrmaligen Erklären, wären die Sachen nach der Reinigung durch die Ayi immer wieder an verschiedenen Plätzen aufgetaucht. Mal lagen sie bei den Bettwäsche, mal bei den Handtüchern, aber immer war klar zu erkennen, daß die Dinge nirgendswo wirklich einzuordnen waren. Komische Ausländer.