Letztes Wochenende traf ich mich gegen 09.30 Uhr mit Dennis in einem Coffee-Shop mit dem schönen Namen âCosta Caféâ (Spannend, welchen zweiten Karriereweg Hr. Cordalis da eingeschlagen hat), um auf Yanni, eine Freundin von Dennis zu warten. Der Plan war es, gemeinsam die Stadt zu verlassen und auf dem Land auf eine Foto-Safari zu gehen. Wir sahen uns bereits schon mit Schlapphut und Lederpeitsche durch alte Kaisergräber kriechen, verfallene Tempel entdecken und Jahrhunderte alte Dörfer erforschen. Sollte dann doch etwas anders kommen.
Yannis Vorstellungen von einem Ausflug aufs Land wichen dann erstaunlicherweise doch etwas von unseren ab. Nach einer Stunde Autofahrt erreichten wir nach einigem Hin und Her eine Ansammlung von Gebäuden. Um einen wohl künstlich angelegten See befanden sich ein Museum mit einer Ausstellung über chinesische Bauern, ein Restaurant, in dem lokale Spezialitäten gereicht wurden, und ein Käfig, in dem ein paar Füchse ihr Leben fristeten. Alles aufgebaut, um wohl Stadtmenschen die Idee vom Leben auf dem Lande zu ermöglichen und den Alltagsstress abzulegen. Weit und breit aber kein Grab, kein Tempel und auch kein Dorf.
Danach ging es weiter zu einer großen Anlage mit Gewächshäusern, in denen allerlei Gemüse und Früchte biologisch angebaut wurden. Unter anderem wurden dort drei Sorten Erdbeeren gezogen (sehr groß, sehr rot und sehr wenig süß), von denen zwei aus Japan und eine aus Amerika stammte. Vorher hatten wir in einem weiteren Gartengeschäft haltgemacht, in dem allerlei Pflanzen angeboten wurden und ich die Chance hatte, andächtig über ein Stück tiefgrünen Rasen zu schlendern.
Unterm Strich tat es sicherlich gut, sich die Umgebung von Beijing anzusehen, den Kopf mit neuen Eindrücken zu füllen und so zu realisieren, in welchem niedrigen Entwicklungsstadium sich das Land außerhalb der Großstädte noch befindet. Und wenn ich meine Tempel dieses Wochenende nicht gefunden habe, dann halt an einem anderen.











Na, nicht alles was alt ist, muss auch gut sein, z.B. Erdbeeren oder Männer.
Gruss Wil