Schon beim Aussteigen aus dem Taxi und ersten Blick auf den Wohncompound, in dem die Praktikantenwohnung ist, bekam ich eine klare Vorstellung, was die Kollegen der AHK mit „chinesischen Wohnbedingungen“ gemeint haben.
Das Gebäude stammt meiner Meinung nach aus den 70Žer Jahren, wobei ich aber auch himmelweit danebenliegen kann, bietet Wohnungen für mehrere hundert Menschen. Während die Praktikantenwohnung mit 3 Zimmern zzgl. Küche, Bad und Wohnzimmer etwa RMB 2.000 kosten soll, zahlen manche Chinesen weniger für ihre Wohnung.
Bilder der Wohnung folgen in den kommenden Tagen. Nur so viel: das Bad ist ein kleiner Raum (ca. 1,2m x 2,5m) mit einer Toilette, einem Waschbecken, großem Wasserboiler und angeschlossener Dusche, leider ohne Duschwanne und ohne Wandhalter. Dies heißt, daß ich morgens neben dem Waschbeckenn stehe, in der einen Hand den Duschkopf, in der anderen den Waschlappen. Nicht so komfortabel wie im schönen Bergedorf, doch wenigstens kommt heißes Wasser. Das Wasser verschwindet in einem Ablauf im Badezimmerboden.
Anbei ein Foto aus dem Flur im zehnten Stock.
„Sprich zivilisiert und wirf keinen Müll ins Gebäude!“
Der Fahrstul ist übrigens der Arbeitsplatz dreier Chinesen. In Schichtarbeit übernehmen sie das Drücken der Etagenknöpfe. Der Lift ist so klein, daß ich in keiner Richtung mit gestreckten Armen stehen könnte. Monatsverdienst RMB 700.

Moin Sohn,
es gibt Schlimmeres. So eine Dusche kenne ich auch vom Segeln aus Skandinavien und selbst aus besseren schwedischen Hotels. Das ist gewöhnungsbedürftig. Kiecher! Der fahrstuhl wirkt sehr anheimelnd. Aber das Foreign Students Dormitory schlug den Compound um Längen.
Hoe, you are well und trag’s mit Humor.
Dein alter Alter