Drei Tage im Süden (1)

26.08.09

Endlich saß ich im Flieger. Mein Handy hatte ich frühzeitig ausgeschaltet, um eventuellen Anrufen aus dem Büro zu entgehen und nicht auf das lange Wochenende verzichten zu müssen, das ich lange geplant hatte. Hatte ich erst gezögert und zwischen dem Ticket ins paradiesische Yunnan und meinem langjährigen Ziel hin und her gewechselt, ist die Entscheidung dann doch für die Rundhäuser in der Provinz Fujian gefallen. Die Motoren dröhnten auf, die Maschine gewann an Geschwindigkeit und hob an Richtung Xiamen.

27.08.09

Xiamen ist keine sonderlich aufregende Stadt. Im alten Stadtteil, in dem noch die kolonialistischen Bauten zu finden sind, wandelt man unter den verschiedenen Logos und Marken von Laden zu Laden. Als große Sehenswürdigkeit der Stadt wurde mir von den Taxifahrern und Hotelangestellten nur die vor Xiamen gelegene Insel „Gulangyu“ genannt, auf der vor 100 Jahren Ausländer ihre Villen bauten. Die Fahrt zur Insel mit der Fähre kostet nichts und dauert keine zehn Minuten, für die Fahrt zurück hingegen durfte ich RMB 8,- zahlen. Geniale Strategie.

Strand

Strand

Leider laufen auch außerhalb der Hauptreisezeit sehr viele Touristen auf der Insel herum sowie die kleinen Fototeams mit dem obligatorischen Brautpaar, das sich vor romantischer Szenerie in Pose stellt.

Straßenzug in Xiamen

Straßenzug in Xiamen

Einen großen Vorteil hat Xiamen gegenüber Beijing. Ich saß im Taxi und freute mich darüber, dass ein entgegenkommender Autofahrer die Lichthupe benutzte, um meinem Taxi ein Zeichen zum Abbiegen zu geben. Und da fiel mir auf, wie still es auf den Straßen zuging. Kein Hupen war zu hören, Regeln wurden eingehalten und im Verkehr aufeinander Rücksicht genommen. Wieso klappt es im Süden, aber nicht im Norden des Landes?

Blau

Blau

Abends machte ich mich auf den Weg ins Nachtleben und blieb dabei irgendwann auf der Strecke. Alle Bars, Clubs und Discos, die ich besuchte, zeichneten sich nämlich dadurch aus, dass es keine Tanzfläche gab. Nur eine Ansammlung von kleinen Tischen und Barhockern, laute Musik, kleine Bühnen mit Sängern und das wars. Erstaunlich, dass mir die Taxifahrer auch nach vielen Versuchen, keine einzige Discothek zeigen konnten.

Auch dies ist Xiamen

Auch dies ist Xiamen

Ein Blick auf Xiamen aus dem Hotelfenster

Ein Blick auf Xiamen aus dem Hotelfenster

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