Am Ende fiel es mir recht schwer zu sitzen. Im Glauben, nur rund 18 Stunden Fahrtzeit von Hoi An nach Saigon vor mir zu haben, war ich nach zwei Tagen in Hoi An am letzten Sonntag abends gegen 18 Uhr  in den Nachtbus gestiegen, ausgerüstet mit Wasser und einem Hörbuch für die Nacht. Letztendlich sollten es dann doch 26 Stunden werden, bevor ich in Ho Chi Min-City (HCMC) in mein Hotel einchecken sollte. Die Fahrt verlief recht unkompliziert. Im Vergleich zur Fahrt von Hanoi nach Hue waren dieses Mal deutlich mehr Touris im Bus und der Fahrer sammelte auf der Strecke hier und dort ein paar Vietnamesen auf, die sich zum Schlafen in die schmalen Gänge setzte.
Nach dem Morgenkaffee in Na Thrang fuhren wir zur Mittagszeit  an einem Küstenabschnitt Vietnams, der für seine schönen Strände berühmt ist. Innerlich blutete mir das Herz, als türkises Wasser, 30 Grad Sonnenschein und sich in den Wellen leicht wiegende Fischerboote an mir vorbeizogen.
Am Nachmittag machten wir einen weiteren Stop, um einen Hinterreifen des Busses auzuwuchten, umzudrehen, wieder auf die Felge zu spannen, wieder an die Achse zu setzen und weiterzufahren. Ich lag mit meiner Pritsche genau über dem so behandelten Reifen und fragte mich einige Zeit, ob dies von Vor- oder Nachteil wäre, im Falle, dass er platzt.
Gegen 18 Uhr erreichten wir die ersten Vororte von HCMC. Prägendster Eindruck auch dieser Stadt wieder sind die Schwärme von Motorrädern und Rollern, die durch die Straßen fahren und sich zu Dutzenden an den Kreuzungen stauen. (Laut Aussage des Führers sollen es hier rund 7 Mio. sein) HCMC ist deutlich moderner und größer als Hanoi mit weiteren Straßen, vielen Hochhäusern und deutlich mehr Autos. Zwei Mal hatte ich vom Straßenbild her geurteilt, wir müssten nun langsam im Stadtzentrum sein und bald ankommen und doch fuhren doch immer weiter. Erst gegen 20 Uhr hielt der Bus nicht weit entfernt von meinem Hotel (Kim Hotel), das versteckt in einer kleinen Gasse gelegen und von zahlreichen Restaurants mit vietnamesischem und westlichem Gerichten umgeben ist.
Selten schmeckte mir ein Steak mit Bier so gut.




